Auf der Suche nach Dachshunden und Wäschbären


Ein Telefonat am späten Nachmittag des 1.Weihnachtstages zwischen Thilo (Stamm Aurinko) und mir reichte aus, dass wir uns 24 Stunden später auf dem Hauptbahnhof in Hannover trafen. Thilo brachte noch Tim mit und Thomas begleitete mich. Unser Ziel war der Harz, genauer gesagt erstmal Goslar.
In Goslar angekommen, starteten wir erstmal eine kleine 'sight-seeing'-Tour durch die historische Fachwerk-Innenstadt, gingen über den Weihnachtsmarkt und suchten erfolglos ein Gemeindehaus. Da schon der frühe Abend angebrochen war, fragten wir bei Bekannten von Thilo an, die uns dann auch aufnahmen und die Küche als Bleibe anboten. Die Küche war immerhin doppelt so gross wie mein Zimmer. Nachdem wir uns gegen ausreichend Essen und Trinken nicht wehren konnte, spielten wir mehrere Runden 'Uno', die Thomas als Sieger für sich entscheiden konnten. Nach einem kurzen Abendgebet legten wir uns schlafen.
Hoch motiviert und gestärkt von unzähligen Brötchen starteten wir am frühen Vormittag in Richtung Clausthal-Zellerfeld. Der Tag begann mild und trocken, was eigentlich ganz gut so war, obwohl uns Schnee und Kälte lieber gewesen wären. Wir wanderten auf den Herzberg, genossen die Aussicht und liessen uns von Thilo - als angehender Forstwirt - in die Massnahmen der Waldwirtschaft einführen. Ausserdem begutachteten wir jede Tierspur und hielten Ausschau nach Waschbären und Dachshunden. Vergebens natürlich.
Auf unserem weiteren Weg am Grossen Schleifsteinsberg vorbei zur Schalke trafen wir kaum eine Menschenseele, sieht man von einer verwirrten Wanderin, die wir fast in die falsche Richtung geschickt hätten, und Radsportlern ab. Nur wir, der Wind, die zunehmende Kälte und der ab Mittag einsetzende Regen! - Thomas und Thilo versuchten mit ihren neuen Wanderschuhen Freundschaft zu schliessen, doch verhielten diese sich noch ein bissel steif, was zu argen "Geh-Schwierigkeiten' auf den letzten Kilometern führte.
Die letzte Strecke berab nahmen wir den direkten Weg, da wir von oben bereits Clausthal-Zellerfeld sahen. Der Weg führte an recht steilen Abhängen herunter, über Graben, auf Deichkronen von Trinkwasserseen, parallel zu Stromleitungsschneisen und entlang gemauerter Entwässerungsgräben, die aus dem Nichts kurz vor unserem Zielort endeten. Pünktlich zur Abenddämmerung füllten wir unsere Vorräte auf und fanden auf Anhieb in einem Gemeindehaus eine Bleibe.
Die Schuhe ausgezogen, die Füsse verarztet und hochgelegt, gönnten wir uns leckeren Weihnachtstee. Bei unseren abendlichen "Uno'- und "Tschaka'-Partien dominierte Tim, der als erfolgreichster Spieler strahlend den Tisch verliess. Am Folgetag ging es mit dem Bus zurück nach Goslar und von da mit dem Zug nach Hannover, wo sich unsere Wege leider wieder trennten.

Gut Pfad und Gottes Segen
Jeff Horstmann
(Stamm Schwanenritter)